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Berichte ..........................................................................................................................
Galerierundgang Hamburg am 19.2.2011 Thema: Neue Galerien Kontorhaus-Viertel
12 Uhr: Treffen Galeriehaus, Klosterwall Nach der Begrüßung der 18 Teilnehmer/innen im Namen der LAG durch Anne-Kathrein Erban führte Hajo Schiff in den diesjährigen Rundgang ein mit einem kurzen Rückblick auf den byzantinischen Bilderkrieg als Hintergrund für heutige rezeptionsästhetische Ansätze. Sein Text dazu: „Tag der Orthodoxie. (Am 19.02.843 endet der byzantinische Bilderkrieg) . Der philosophische Diskurse über das Wesen der Bilder war einst von höchster Bedeutung: Im byzantinischen Bilderstreit kämpften im 8. Jahrhundert ganze Armeen für und wider die Bilder. Es ging um die Wertung der Ikonen: Waren sie Teil des Urbildes – also heilig – oder waren sie nur teuflische Schemen, die das Heilige verstellten? Weniger religiös betrachtet wurde darum gestritten, was überhaupt ein Bild zeigt: Ist das Abgebildete wesenhaft mit dem Abbild verbunden oder ist es nur dessen Repräsentanz? Wie später in den ähnlich grundsätzlichen Auseinandersetzungen der Reformationszeit haben letztlich immer die Bilderfreunde, die Ikonodulen gewonnen. Aber um den paradoxen Preis, dass die Bilder eben nicht so wichtig sind, dass sie beliebige Bilderzählungen sind – bloß machtlose Formen, ohne jede Kraft, Realität direkt oder indirekt zu erzwingen. Und doch liegt der Reiz der Bilder natürlich genau darin, an ihre magische Macht zumindest augenzwinkernd stets zu glauben.“ (Hajo Schiff, 2011) Die Galerienlandschaft um das Kontorviertel hat sich in den letzten drei Jahren um einige Galerien erweitert und ist sehr abwechslungsreich in den unterschiedlichen inhaltlichen Angeboten. Wir wurden überall sehr freundlich empfangen und in die jeweiligen Ausstellungen eingeführt. Gespräche entwickelten sich nicht nur um die künstlerischen Arbeiten sondern auch um die Galerien selbst, ihre Arbeit mit den Künstlern, ihre Platzierung am Markt und Hamburg als Standort.
Ablauf: Mikiko Sato : Yoshiaki Kaihatsu: The Year We Make Contact. Die ausschließlich auf junge japanische Kunst ausgerichtete Galerie wurde extra für uns geöffnet, sogar der Künstler war persönlich anwesend. Carolyn Heinz : Esther Naused Accrochage, eine Ausstellung aus Beständen der Galerie in interessanter Zusammenstellung und die einzige Galerie in Hamburg, die französische Künstler vertritt.
13.30 Uhr Kramer Fine Art Anna Gestering (junge Malerei), Altstädter Str.13 14.00 Uhr Borchard Baldur Burwitz, (Konzept), Hopfensack 19 14.30 Uhr Robert Morat (Fotografie) : Frank Schirrmeister /Markus Uhr, Kl.Reichstr.1 16.45 Uhr Melike Bilir „Psüch“ („junge“ Kunst), Klosterwall 4 17.30 Uhr PopArtPirat Inna Artemova (Russ. Malerei), Springeltwiete 2 18.00 Uhr Ende
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Exkursion zum Gerisch-Skulpturenpark Neumünster am 25.9.2010 Die elfköpfige Teilnehmergruppe, die zum größten Teil aus Mitgliedern der LAG Kunst bestand, traf sich um 15 Uhr zu einer anderthalbstündigen Führung. Anschließend wurden die Ausstellungsflächen in eigener Regie weiter erkundet und der Besuch durch Gespräche im Café abgerundet. Die 2001 ins Leben gerufene Herbert-Gerisch-Stiftung präsentiert in der idyllischen Kulisse der Villa Wachholtz (1903) und dem Harry Maasz Garten(1924-26) moderne Kunst. Der Schwerpunkt der Führung war die derzeitige Präsentation von Plastiken und Malerei des westafrikanischen Künstlers Romuald Hazoumé aus Benin. Schon beim Betreten des Geländes fiel die große Installation von gestapelten Benzinkanistern ins Auge, jeder individualisiert durch Spuren jahrelangen Gebrauchs. Flickstellen wirkten wie Narben, die Öffnungen wie Münder. Die Kanister wurden zu Gesichtern und blickten uns an. Einige weitere große Benzinkanisterinstallationen bestimmen den Park, selbst im Innenbereich begegneten wir ihnen wieder in Form einer massigen Stele und großen schwarz-weiß Fotos von Kanistertransporten auf Mofas, zusammengeschnürt zu riesigen Bündeln unter denen der Transporteur verschwindet - Benzinschmuggel als einzige Einkommensquelle vieler Beniner. Narbenentstellte Gesichter, Spuren durch Explosionen des gefährlichen Guts. Gegenüber riesige Farbfotos von Straßenszenen, bunter Handel, Idylle? Ein originaler Verkaufswagen eines Händlers ist Teil der Ausstellung. Darauf die Spendengüter und der Wohlstandsmüll Europas. In einem anderen Raum wieder die Kanister, in Teile zerlegt, spielerisch mit Gebrauchsgegenständen kombiniert und bemalt zu farbigen Masken, afrikanische Tradition trifft Moderne. Wir finden: Eine beeindruckende Schau, die zeigt, aber nicht anklagt. Idylle im Andersartigen. Anne-Kathrein Erban
.......................................................................................................................... Exkursion nach Berlin vom 14. Mai. – 16. Mai 2010 Den letzten Berlinbesuch 2009 noch in guter Erinnerung starteten 13. Teilnehmer der LAG Kunst mit der Bahn von Kiel / Hamburg nach Berlin. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch die Hoffnung, dass uns dort besseres Wetter erwartete. Leider meinte es das Wetter in diesem Jahr nicht so gut mit uns und wir blieben unserem Regenschirm treu. Nach der Ankunft in Berlin ging es gleich in das uns wohlbekannte Hotel in Kreuzberg. Wie gewohnt ging es zügig weiter zum Neuen Museum auf der Museumsinsel. Dort erwarteten uns noch zwei weitere Teilnehmerinnen, welche schon einen Tag in Berlin weilten. Nach einigen organisatorischen Unebenheiten`, von seiten des Museums, stellte sich schließlich ein junger Mann als Museumsguide vor. Durch die kompetente und interessante Führung von Patrick Golenia verging die zweistündige Führung durch das Museum im `Nu`. Das Neue Museum ist nach der Alten Nationalgalerie und dem Bodemuseum das dritte sanierte und neu eingerichtete der fünf Häuser auf der Insel. Das Konzept des Architekten David Chipperfield, das Alt und Neu sich gegenseitig zur Geltung bringen sollen und nicht deren Kontrast, ist als neue Vollständigkeit in diesem Museum in faszinierender Weise gelungen. Fehlende Teile wurden nicht wie bei einer antiken Figur als Surogat ergänzt, sondern kenntlich gemacht. Zerstörungen des 2. Weltkrieges sollten sichtbar bleiben. Eine Besonderheit des Bauwerkes – aufgrund des problematischen Untergrundes – sind die gemauerten Deckenkonstruktionen aus Tontöpfen. Zylindrische Hohlkörper aus Ton, in Gipsmörtel verlegt, wurden zu Kuppeln mit ca. 4,5 m Durchmesser. Einige weitere technische Besonderheiten, wie der Marble Cement an Wand und Säulen wurden ausführlich erklärt. Eines der prominentesten Stücke der Sammlung, die Nofretete, wird mit Hilfe eines gutdurchdachten Lichtkonzepts im Nordkuppelsaal in einer Sichtachse zum Südkuppelsaal präsentiert. Die ursprüngliche Planung Stülers als Tageslichtmuseum wurde so weit wie möglich beibehalten und mit einer ausgeklügelten Kunstlichtkonzeption verbunden. Nach der ausgezeichneten Führung hatte jeder noch einmal die Möglichkeit sich weitere Räume des Hauses anzusehen. Anschließend trafen wir uns in dem thailändischen Restaurant „Chan“ und ließen den Tag in froher Runde bei einem guten Essen ausklingen Am Samstagmorgen waren wir wieder alle fit für einen inhaltsreichen und interessanten Tag. Unser nächstes Ziel war die Privatsammlung Boros, welche sich in einem für Ausstellungszwecke umgebauten Bunker des 2. Weltkrieges befindet. Auf ca. 3000 qm werden wechselnde Exponate zeitgenössischer Kunst der Sammlung Boros gezeigt. Nach einer Mittagspause holte uns Anne Naundorf an der U Bahn Kochstr. zur Galerientour ab und führte uns durch acht Kreuzberger Galerien. Alle – doch recht etablierten - Galerien beeindruckten durch die Größe der Räumlichkeiten und die Art der Präsentation der Kunstwerke. Unser Weg führte zuerst zur Jiri Svestka Gallery, welcher Kristof Kinteras (Tschechoslowakei) Lichtobjekte und einige seiner Zeichnungen präsentierte. Im Zentrum standen ein riesiger Kronleuchter und eine aus Lampen montierte Figur. Beides ein Ausdruck seiner langjährigen Auseinandersetzung mit Energie in Form von Licht. Als nächstes besuchten wir die in der Nachbarschaft liegende Galerie Barbara Weis Die Amerikanerin Mary Heilmann präsentierte unter dem Titel „Home Sweet Home“ nicht nur Malerei und Grafik sondern auch Möbelobjekte und Keramikskulpturen. Auffallend waren die in Leuchtfarben gehaltenen Holzstühle und ein Pink-orange bemalter Tisch. Alle Objekte im Raum verbinden sich zu einem Netzwerk von Kunst, Leben und Arbeit. Ein weiterer Künstler der Galerie war der Amerikaner John Miller, der Standbilder aus dem Internet auf Leinwände überträgt und Menschen in unterschiedlichen räumlichen Situationen darstellt. Deren Mimik mit Schrecken und Trauer gezeichnet ist. Eine weitere Arbeit zeigten Aktenschränke, in welchen sich unbenutztes Druckerpapier befindet. Eine rege Diskussion entstand in der Galerie Krone, in welcher Michael Schirmer seine Digigraphien zum Thema „Tod der Anderen“ zeigte. Er verwendet historische Bildinhalte und entfernt einen zentralen Bildteil. Gleich in der Nachbarschaft besuchten wir die Galerie Michael Janssen. Mario Ybarra jr. greift seine mexikanischen Wurzeln auf und setzt sich in großformatigen Bildern – teilweise auf Wellpappe –mit der Straßenkultur und der sozialen Wirklichkeit auseinander. Daneben verkauft er selbstgestaltete Baseballmützen,T –Shirts, Turnschuhe und Buttons , um ein laufendes Projekt von Slanguage nach Berlin zu unterstützen. Weiter ging es in die Galerie calier I gebauer . Hier wurden wir von den Arbeiten Mark Wallingers, tausend auf den Boden liegenden, nummerierten Steinen in der Mitte des Raums empfangen. Ist es ein Ordnungssystem? Was passiert, wenn einer Sache eine Nummer geben wird? Viele Fragen stellen sich insbesondere auch zu den Fotografien „The Unconscious“. Aufnahmen von schlafenden Menschen, welche in ihrer Unbewußtheit mehr sie selbst sind als im Wachzustand. Ein weiterer Raum stellte einhundert alte und verschiedene Stühle, welche durch ein weißes Band mit einem Punkt im Raum verbunden waren. Die Galerie Gebr. Lehmann stellte die Engländerin Ellen Harvey mit ihren „Picturesque Pictures“, sowie den verspiegelten Raum „Room of Sublime Wallpaper“ vor. Schimmernde, sich bewegende Landschaftsbilder nähern sich dem Betrachter beim Betreten des Raumes. Beim näheren Hinsehen offenbaren sich die Gemälde als Spiegel, die die bemalten Wände reflektieren. Die Illusion der schönen Landschaft wird jedoch dann durch die Reflektion des Betrachters gebrochen. Eine nächste Galerie Opdahl überraschte uns mit Ihrem Werk „Late last Night“. Jimmie Durham lädt die Betrachter in ein skurriles Wohnzimmerensemble mit Teppichen, Vorhängen und Tapete. Innerhalb dieses Raumes hat der Künstler fünf „Combine Sculptures“ aus Holz, Tierhörnern, und Plastikrohren angeordnet. Der Versuch, das Interieur eines europäischen Wohnraumes darzustellen, bewegt sich zwischen einer humoresken wie auch unheimlichen Sichtweise. Der letzte Besuch galt der Galerie Volker Diehl. Martin Assig zeigt seine Wachsarbeiten, welche sich in der Verbindung zwischen Text und Bild befinden. Der gemalte Text geht über die reine Sprachbedeutung hinaus und wird zu einem visuellen Element, in dem die Bedeutung der Worte erhalten bleibt. Diese acht Galerien gaben einen guten Einblick in einen der Bereiche der Galerienlandschaft in Berlin. Ermüdet begaben wir uns in das naheliegende Cafe der Berlinischen Galerie. Nach einer kurzen Pause begaben wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Den Tag klang dann mit einem Abendessen im Berliner Restaurant „Max und Moritz“ in fröhlicher und diskussionsfreudiger Runde aus. Am Sonntag teilte sich die Gruppe, einige besuchten im Gropiusbau eine der dort angebotenen Ausstellungen: Frida Kahlo, Retrospektive Olasfur Elliason – Innen, Stadt, Außen Preisträger der Gabriele Münter Stiftung oder gingen in den Hamburger Bahnhof, der die Ausstellung „Bestiarium“, riesige allegorische Tieraquarelle von Walton Ford zeigte. Ein interessantes Wochenende ging am Sonntagnachmittag mit der Rückfahrt nach Hamburg und Kiel zu Ende. Dir, Ulla noch einmal vielen Dank für die gelungene Organisation. Irene Ott-Schmidt
.......................................................................................................................... Galerienrundgang am 6.02.2010 in Hamburg
Mit unserem Führer Herrn Schiff erreichten wir per U-Bahn und auf vereisten Gehwegen die Galerien Morat, Conradi, Atomic Salon, Schaltwerk und Ruth Sachse - ein sehr abwechslungsreiches Programm! Die Galerie Morat zeigte Fotoausstellungen von Jan Banning zum Titel "Bureaucratics"; Büroangestellte aus aller Welt waren auf großformatigen farbigen quadratischen Fotos hinter ihrem Schreibtisch mit oder ohne private und amtliche Accessoires festgehalten, die Aufschluss über die Person und das Land gaben. Der zweite Raum zeigte großformatige Farbfotos von Peter Ganser zum Thema "Signs", in denen es anhand von menschenleeren bzw. mit Menschen überfüllten Fotos um die Identität der USA ging. Herr Morat war leider nicht persönlich anwesend. In der Galerie Conradi, die sehr eng mit der Kunsthochschule zusammenarbeitet und deren sehr sozial-kulturell engagierte Galeristin junge Künstler unterstützt, waren in großen weißen, mit weiten Durchgängen verbundenen Räumen überwiegend Schwarz-Weiß-Arbeiten zu sehen, die bei genauem Hinsehen zu interessanten Entdeckungen führten (z.B. Oberflächenstruktur, Perspektive). Im Atomic Salon der Galeristin und Fotografin Laura Honse tauchten wir in die Szene des Karolinenviertels ein; in den kleinen, engen Räumen waren die Wände mit unterschiedlichsten Fotoformaten zugepflastert, zu sehen waren größtenteils Menschen aus dem Milieu, fotografiert z.T. auf dem privaten Bett der Galeristin. Wir erfuhren Bewegendes und Schicksalhaftes zu diesen Menschen. Nachklingen lassen konnten wir diese Eindrücke im Szenecafé nebenan. In der Galerie Schaltwerk, einem Ausstellungsort für reduzierte Kunst, stellte uns die junge Galeristin den Künstler Joe Barnes aus New York persönlich vor. Auch hier begegnete uns das quadratische Format. Die Arbeiten (monochrome painting) können in unterschiedlicher Zusammenstellung gehängt werden. Barnes betonte die Aspekte der Sinnlichkeit und Meditation in seinen Werken, in einer Welt der Fülle, Anonymität und Hektik. In der Galerie Ruth Sachse konnten wir noch einen Blick auf den größten Teil der "zerfledderten" Ausstellung der Benefiz-Aktion zu Gunsten der Erdbebenopfer auf Haiti werfen, die 10.000 € einbrachte. Die Galeristin bewirtete und mit Rotwein und Käse. Wir diskutierten abschließend noch einmal die uns in jeder Galerie bewegende Frage nach der Überlebensstrategie: begegnet sind wir Lebenskünstlern, Firmenberatern und Vermögenden. Ein Tag voller Überraschungen und Neuentdeckungen - die Zeit war einfach zu kurz. Vielen Dank an Herrn Schiff und Ulla Domin. Barbara Bull
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